Stefan Heckel (Institut 8 - Jazz) am Prince Claus Conservatoire (Hanze University of Applied Sciences Groningen)

"MIMIC (Meaningful Music in Health Care) findet als Teil des Curriculums am Konservatorium in Groningen seit mehreren Jahren regulär statt. Teilnehmende sind Master-Studierende aus unterschiedlichen Performance-Studien, sowohl Klassik als auch Jazz. Dabei ist MIMIC nur ein Teil eines größeren Moduls mit dem Namen Music in Health Care. Dort gibt es auch ein Programm Music and Dementia, für das Studierende eine eigene Vorbereitungsphase durchmachen und dessen Durchführung in Altenheimen bzw. teilweise in Heim-Situationen stattfindet. In Zukunft soll der Bereich der Heimpflege noch stärker für Reaching-Out Programme berücksichtigt werden, v.a. im ländlichen Raum. Groningen ist als Mittelgroßstadt von sehr ruralem Gebiet mit dörflichen Strukturen und Basiskultur-Aktivitäten umgeben."

"Beim Lab, das ich miterleben konnte, wirkte die professionelle Flötistin Maike (!) mit, die MIMIC in ihrem MA-Studium (ebenfalls in Groningen) als eine der ersten Studierenden mitentwickelt hatte. Weiters die beiden Studierenden: ein Jazz-Saxophonist (Spanier, keine Holländisch-Kenntnisse) und eine holländische Bass-Klarinettistin. Also das Setting: ein/e professionelle*r Musiker*in und 2 MA-Studierende. Insgesamt war mein Eindruck dass das Personal im Pflegeheim MIMIC bereits kannte und sich sehr über die Durchführung freute, vor allem über das tägliche Mini-Konzert im Personalraum, bei dem ein*e Studierende*r immer von den Patent*innen-Erlebnissen des Vortages erzählte. So findet Feedback statt, gleichzeitig sprechen die Pfleger*innen mit den Patient*innen nach der MIMIC-Durchführung und erfahren ob es ihnen gefallen hat etc… man informiert sich also gegenseitig. Der kritische Satz, der Patient*innen zur Äußerung von Wünschen anregen sollte war vergleichbar mit jenem, den wir in Graz und Wien verwenden: „wir möchten Ihnen ganz etwas Spezielles anbieten, einen musikalischen Wunsch erfüllen..“ wobei in vielen Fällen gleich ein Angebot mitgegeben wurde, z.B. „ah Sie mögen Pop-Musik, wie wäre es mit einem Stück von ABBA…“ Es wurde auch nach Wunschstücken (außerhalb des vorhandenen Repertoires) gefragt, die dann theoretisch am Nachmittag einstudiert werden sollten."

"Abschließend ist festzuhalten dass ein Austausch von Lehrenden (und Studierenden?) aus dem MIMIC-Pool sehr sinnvoll erscheint. Die Methoden divergieren geringfügig, sowohl was die musikalische Praxis betrifft als auch die klinische Umgebung. Erasmus+ Mobilitäten können hier helfen – oder man überlegt sich, eine Plattform zu gründen, die international vernetzt ist und Austausch von Expertise und Praxis fördert. Diese Idee habe ich beim abschließenden Gespräch in Groningen mit der Koordinatorin des ProMIMIC-Projekts Karolien Dons besprochen. Sie ist Musikwissenschaftlerin und arbeitet u.a. am Prince Claus Conservatory Groningen an Projekten, die Ausbildung und Gesellschaft miteinander verbinden. MIMIC ist ein Teil ihrer Verantwortung. Es wäre sehr spannend, Karolien Dons im Rahmen von Artistic Citizenship Aktivitäten nach Graz einzuladen. Sie arbeitet auch in der neuen Arbeitsgruppe des AEC-Projekts ARTEMIS (Artists As Makers in Society) mit."

Andrea Schreiner (International Office) am Akademija Umetnosti (Academy of Arts, University of Novi Sad)

"Ich durfte als Leiterin des International Office der KUG einen Erasmus+ Fortbildungsaufenthalt an der Akademy of Music der University of Novi Sad, Serbien von 12. bis 17. Juli 2022 absolvieren. Ich erhielt Einblicke in die Struktur der University of Novi Sad und der Akademija Umetnosti, wie die Academy of Music auf Serbisch genannt wird. Treffen mit dem Dekan, der Vizedekanin und den Mitarbeiter*innen des International Office der Academy of Music und des International Office der University of Novi Sad standen ebenso am Programm sowie eine Stadtführung durch das historische Novi Sad."

"Ein weiterer Höhepunkt des Aufenthaltes war, dass sechs Studierende der KUG am interkulturellen Orchesterprojekt "New Bridges" in Novi Sad, Serbien teilnahmen. Sie erarbeiteten 13 Tage lang ein anspruchsvolles Programm mit Studierenden von Partnerinstitutionen aus Triest, Budapest, Novi Sad, Sarajevo und Zagreb. Als krönender Abschluss wurde die harte Arbeit in einem eindrucksvollen Konzert am Samstag, 16. Juli 2022 im Rahmen der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt Europas zum Besten gegeben. Herzliche Gratulation allen Beteiligten zu diesem unvergesslichen Abend!"

"Es ist angedacht, aus diesem einmaligen Orchesterprojekt eine weitere Zusammenarbeit zu etablieren, die jährlich an anderen Orten der beteiligten Hochschulen stattfindet. Wir hoffen auf weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren!"